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Neckermann

Bürogebäude


Neckermann Rechenzentrum - Frankfurt (Deutschland)

Neckermann Frankfurt

Die geplante Umnutzung des, in den 70er Jahren als Betonskelettbau mit Steinfassade, kippbaren Metallfenstern und einer zentralen Klimaanlage erbauten, Rechenzentrums der Neckermann Versand AG warf die Frage nach dem technisch und wirtschaftlich optimalen Klimakonzept auf. Beim Altbau sind es nicht selten Energiesparüberlegungen, die weg von Zentralklimaanlagen und hin zu der dezentralen Technik führen. Auch Architekten favorisieren zunehmend dezentrale Lüftungs- bzw. Klimakonzepte, bei denen die ganze Technik unauffällig in die Fensterbrüstungen oder den Doppelböden integriert ist.
Tatsachlich sind herkömmlich klimatisierte Bürogebäude aus den 70er und 80er Jahren oft wahre Energieschleudern und lassen sanierungswillige Bauherren nach wirtschaftlichen Alternativen suchen. Ein Systemvergleich mit dynamischer Gebäudesimulation ergab wesentliche Vorteile einer Abluftfassade mit achsweise eingesetzten Lüftungsgeräten. Letztlich ausschlaggebend bei der Systemwahl war jedoch die Forderung des Bauherrn, das Gebäude etagenweise bei laufendem Geschäftsbetrieb zu sanieren.

Dezentrale Brüstungslüftgeräte der Firma FSL

Der Aufgabe entsprechend gestaltete sich der Bauablauf im Neckermann-Gebäude mit dezentralen Brüstungslüftgeräten der Firma Fassaden-System-Lüftung (FSL), einem Unternehmen der Trox Gruppe: In den oberen Ebenen beginnend, wurden jeweils zwei Etagen saniert, danach zogen die darunter befindlichen Abteilungen in die fertig gestellten Stockwerke hoch.
Wechselseitig sind Außenluft und Umluftgeräte eingebaut. Über eine Fassadenöffnung und einen Filter saugen die Außenluftgeräte Frischluft an und erwärmen oder kühlen sie nach Witterung und Bedarf. Die Abluft wird vom Deckenbereich über die ganze Fensterfläche nach unten in das Gerät gesaugt und passiert einen Wärmerückgewinner, ehe sie über die Fassade ins Freie gelangt.
Der relativ warme Abluftstrom verbessert den Wärmeschutz des Gebäudes und gibt im Wärmerückgewinner einen Teil seiner Energie an die einströmende Außenluft ab. Bei den Umluftgeräten verläuft die Strömung analog, lediglich der Außenluftanteil und somit auch der Wärmerückgewinner entfallen. Die Volumenströme werden selbsttätig von Luftqualitätssensoren in den Büros geregelt. Aufgeschaltet ist eine Raumtemperaturregelung mit Vorrangschaltung. Das ganze System kann zusätzlich zur Bauteilkühlung genutzt werden, indem es außerhalb der Bürozeiten – hauptsächlich nachts – das Gebäude mit reiner Außenluft „vorkühlt“.


Kostenminimierung und Komfortmaximierung

Fassadenelement und Klimagerät bilden eine Baueinheit. Diese wird ergänzt um ein aufgesetztes Abluftfenster mit äußerer Doppelverglasung und einen Innenflügel, der für die Reinigung ausklappbar ist. Einerseits spart das Energie, andererseits wird die Innenscheibe stets auf Raumtemperatur gehalten. Dabei wird der Schallschutz der geschlossenen Abluftfassade wirksam und es entstehen behagliche Arbeitsplätze mit gutem thermischen Komfort bei vorzüglicher Raumdurchspülung und Zugfreiheit.

Durch die Entfernung der abgehängten Decken, wurde Raumhöhe für den Einzug eines Doppelbodens mit den Versorgungsleitungen für die Klimageräte, sowie die Elektro- und Datenverkabelung frei. Das heißt, der Flächenbedarf für die Luftverteilung fällt weg und lässt beim Neubau um bis zu 20 % niedrigere Gebäudehöhen zu.

Zusammenfassend bietet die Lösung mit FSL Produkten einen um 50% reduzierten Jahres-Stromverbrauch für die Haustechnik. Eine autark funktionierende Heiz- und Lüftungstechnik ermöglicht die flexible Nutzung der Geschosse. Und letztendlich entstehen, trotz der zahlreichen Einzelgeräte, geringe Wartungskosten: Die jährlichen Wartungskosten liegen bei nur ca. 1,5 % der Geräte-Anschaffungskosten, also unter den Kosten für die Fensterreinigung.

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